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Diese Liste wurde ursprünglich von Erwin Tragatsch erstellt:
ANDRAE H. W. - Frankfurt/Main.
Ein in den Jahren von 1925 bis 1928 bekannter und erfolgreicher Privatfahrer, der auf den Bugatti-Typen Brescia, 37 und 37A zahlreiche Berg- und Straßenrennen siegreich beendete. Anfang der dreißiger Jahre kam er bei einem Verkehrsunfall ums Leben.
AURICH F. H. - Grüna/Sachsen.
Zunächst an Motorradrennen teilnehmend, erwarb der Sachse 1930 den Ex-Huldreich-Heusser-Typ 35B, nachdem der 1928 in Bukow völlig zertrümmerte Rennwagen wieder zusammengestellt wurde. Man hat den Eindruck, daß Aurich diesem schnellen Fahrzeug nicht ganz gewachsen war; seine Erfolge waren auch nicht sehr zahlreich.
BAADER F. - Mannheim.
Ein Fahrer mit einer verhältnismäßig kurzen Rennfahrerlaufbahn auf einem 35C. Sein bestes Rennen fuhr er wohl beim Großen Preis auf dem Nürburgring 1927, wo er die 2.000-ccm-Klasse gewann, aus technischen Gründen aber disqualifiziert wurde.
BECK H. W. - Augsburg.
Steuerte einen Typ 30 bei Bergrennen, besonders in Bayern, in den Jahren bis 1927. Er war ein Amateur, der außerhalb Deutschlands unbekannt war und auch nicht oft an den Start ging.
BERGSCHICKER F. - Barmen.
Auch dieser Fahrer errang seine Erfolge in der Zeit um 1926/1927 auf einem sportlich karossierten Typ 30. Seine größten Siege wurden ebenfalls bei Bergrennen, die es damals häufig gab, errungen.
BERNSTEIN A. - München.
Ein ständiger Gast bei Bergrennen in Bayern und Österreich bis zum Anfang der dreißiger Jahre. Zuerst einen Typ 22 steuernd, wechselte Alfred Bernstein später auf einen schnellen Sportwagen Typ 30.
BIRK H. - Düsseldorf. Das von Ing. Hans Birk gesteuerte Fahrzeug war kein in Molsheim gebauter Typ 22, sondern ein Rabag-Bugatti, der als Lizenz des Bugatti Typ 22 von 1922 bis 1926 bei der Rheinischen Automobilbau A.G. in Düsseldorf (mit dem Motorenwerk in Mannheim) hergestellt wurde. Birk, als führender Konstrukteur in dieser Firma tätig, steuerte auch den ab 1925 gebauten Rabag-Bugatti-Renntyp, dessen Konstruktion auf dem Bugatti »Brescia« beruhte. Damit errang er zahlreiche erste Preise.
BRACKELSBERG E. - Milspe.
Hersteller der »Ewabra«-Motorräder und Besitzer mehrerer Bugattis, die er von 1922 bis 1925 zusammen mit seinem Vetter Carl bei vielen deutschen Rennen mit Erfolg führte. Rennen fuhr Ewald Brackelsberg bis zur Einstellung des Motorradbaues 1925.
BRACKELSBERG C. - Milspe.
Mit mehreren Bugatti »Brescia« und Rabag-Bugatti-Sport- und Rennwagen war Carl Brackelsberg von 1923 bis 1927 einer der erfolgreichsten Bugattifahrer in Deutschland. Er kam 1931 bei einem Flugzeugabsturz über der Ostsee ums Leben.
BREMME E. - Wuppertal-Barmen.
Ein sportbegeisterter Brauereibesitzer, der sich sowohl auf dem Bob als auch auf dem Automobil bei vielen Veranstaltungen auszeichnete. Von 1923 bis 1928 fuhr er als Privatfahrer die Renntypen Brescia, 35 und 35B von Bugatti und gehörte damals zur deutschen Spitzenklasse. In dieser Zeit gewann er 24 Rennen und fuhr zwölfmal die beste Zeit des Tages. Seinen letzten Rennwagen, den 35B, erwarb Ernst-Günther Burggaller, als sich Emil Bremme 1928 vom aktiven Rennsport zurückzog.
BRETTSCHNEIDER K. - Wolfsgrün.
Sein Bugatti war - glaube ich - ein Typ 35 und sein sportliches Hauptbetätigungsfeld waren Bergrennen Ende der zwanziger Jahre.
BROSCHEK A. E. - Köln (Hamburg).
Ein bekannter Buchverleger, der zwischen 1928 und 1932 mit seinem schnellen 35B zahlreiche Berg- und Straßenrennen erfolgreich beendete. In dieser Periode steuerte er auch andere Rennfahrzeuge der Marken Mercedes, Amilcar, Delage und auch einen sportlich karossierten Horch.
BRUDES A. - Breslau (Bremen).
War einer der besten deutschen Motorradrennfahrer auf Victoria, B.M.W., Norton usw. und gewann zahlreiche Rennen von 1919 bis nach dem zweiten Weltkrieg. 1927 erwarb er auch einen älteren Rabag-Bugatti, 1928 einen Typ 30 und 1929 den fast neuen 37A des vom Rennsport zurückgetretenen Rennfahrers von Eicke aus Pohlwitz. Auf diesem war er einer der führenden deutschen Fahrer in der 1/2-Liter-Klasse. Ende 1933 gab er diesen Rennwagen an Edith Frisch ab und erwarb nach dem Todessturz des Österreichers Emil Frankl auf dem Nürburgring (1934) dessen 35B, mit dem er bis 1938 vor allem bei deutschen Bergrennen zahlreiche Erfolge errang. Außer Bugatti fuhr Brudes aber auch Sport- und Rennwagen von BMW, MG und Borgward. Er gehörte zu den wenigen Fahrern, die gleichzeitig Motorrad- und Automobilrennen bestritten.
BRÜCKMANN L. - München.
Ein bayerischer Privatfahrer, der bis 1928 mit einem Typ 30 an Bergrennen teilnahm, ohne irgendwie besonders aufzufallen.
BRÜTSCH E. - Jungingen (Mainz-Bretzenheim).
Egon Brütsch, der Sohn eines motorsportbegeisterten Seidenfabrikanten, machte schon Anfang der dreißiger Jahre auf einer BMW-Rennmaschine in der Motorradklasse über 500-ccm von sich reden und sattelte später auf einen 35B um, mit dem er bis zum Kriege in Bergrennen gute Erfolge errang. Nach dem Kriege baute und fuhr er mehrere Eigenbau-Wagen - teilweise mit Maserati- und Alfa-Romeo-Fahrgestellen - und benützte in einem dieser Fahrzeuge - 1948/ 1949 - auch einen Bugatti-51-Doppelnockenwellenmotor. In den fünfziger Jahren wurde er als Konstrukteur unorthodoxer Kleinwagen bekannt.
BURGGALLER E. G. - Berlin.
Pastorensohn, der im Ersten Weltkrieg dem Richthofen-Fluggeschwader angehörte und ab 1922 Motorradrennen bestritt und u.a. auf Eichler, AJS, Mabeco, BSA und BMW fuhr. Als Autorennfahrer begann er 1928 auf einem 37A (mit dem er auch seine Klasse beim GP auf dem Nürburgring 1929 gewann), den er 1930 gegen den Ex-Emil-Bremme 35B vertauschte. 1932 bekam er einen neuen 51A-Doppelnockenwellenmotor (den einzigen 51A in Deutschland!) in das 35B-Fahrgestell und baute dieses 193 3 auf Monoposto um. Fuhr dann auch einen kleinen 750-ccm-Austin-Rennwagen und kurze Zeit für die Auto-Union. War vorerst Autoschulbesitzer in Berlin, dann Grundbesitzer und ging 1938 zur Fliegerei zurück. Als Major der Luftwaffe fand er 1940 den Tod. Auf all seinen Bugatti-Modellen war er sehr erfolgreich (im In- und Ausland) und war von 1932 bis 1934 der deutsche Spitzenfahrer der 1/2-Liter-Klasse. Von 1930 bis 1932 bildete er eine Renngemeinschaft mit H. J. von Morgen und dem Prinzen zu Leiningen, wobei Burggaller und von Morgen einen 35B fuhren und der Prinz einen 35C. Burggallers schneller 51A ging später in den Besitz von Rudolf Steinweg, Ernst Troeltsch, Leonard Joa, Fritz Georg Martin und noch andere Besitzer über und wurde nach dem Kriege nach Amerika verkauft.
CARSTENS W. - Elmshorn.
Gehörte mit seinem Bruder Ernst zu den führenden Herrenfahrern in den Jahren 1926 bis 1928. Fabrikanten im Hauptberuf, besaßen die Brüder im Rennstall neben Mercedes-Sportwagen auch Bugattis des Typ 35, die sie besonders in Bergrennen erfolgreich einsetzten.
CLEER W. - Frankfurt/Main.
Ein begüterter Sportsmann, der sich besonders bei Rundenrennen auszeichnete und zwei markante Erfolge errang. Beim Großen Preis von Deutschland wurde er 1926 auf Alfa Romeo Zweiter seiner Klasse und wiederholte 1927 diesen Erfolg am Nürburgring auf einem neuen 39A; höchstwahrscheinlich der einzige achtzylindrige 1 1/2-Liter-Bugatti-Kompressortyp mit einer obenliegenden Nockenwelle, der je nach Deutschland kam.
CZERMAK H. - München. Ein bekannter Automobilsportler und Klubfunktionär, der als Herrenfahrer Mitte der zwanziger Jahre auch einen schnellen Typ 30 bei Bergrennen in Bayern steuerte.
DILTHEY F. - Rheydt.
Der vor wenigen Jahren verstorbene Fritz Dilthey hält einen wohl einzigartigen Rekord, der darin besteht, daß er höchstwahrscheinlich der letzte Rennfahrer war, der einen Rabag-Bugatti beim Rennen steuerte. Er fuhr diesen mindestens zehn Jahre alten Typ-22-Lizenzwagen noch Mitte der dreißiger Jahre in Konkurrenz zu viel moderneren Fahrzeugen. Auf einem neuen »Kondor«-Kleinrennwagen fuhr er noch nach 1945.
ECKERT H. - München.
Der Bayer war ein Komet am deutschen Rennfahrerhimmel. 1927 tauchte er auf einem schnellen 37A auf und gewann gleich in Garmisch-Partenkirchen. Er war auch einer der wenigen deutschen Fahrer, die je bei der Targa Florlo in Sizilien starteten und wurde bei diesem Rennen Siebenter (trotz seines nur 1 1/2-Liter-Rennwagens). 1928 ward er bei Rennen nicht mehr gesehen. Eckert besaß in München, Prannerstraße 8, ein Bankhaus und finanzierte durch dieses die in der Schellingstraße befindliche »Omnia« Kraftfahrzeug-Vertriebs-GmbH, die damals, 1927/1928, Bugattis aus Molsheim importierte.
EINSIEDEL M. (Gräfin) - München.
Eine begeisterte, sehr gute Rennfahrerin auf zunächst kleinen Chiribiris und großen Steyr-Sportwagen. Meist fuhr sie mit Huldreich Heusser, dem erfolgreichen Steyr-Fahrer, im Team; Heusser in der Rennwagen-Klasse und die Gräfin Margot Einsiedel in der Sportwagen-Klasse. Ende 1927 zog sich Steyr vom Rennsport zurück, und während Heusser auf einen 35B umsattelte, erwarb die Gräfin einen 37A, mit dem sie zahlreiche Rennen - und auch die Targa Florlo 1928 - bestritt. Die Gräfin wurde später Mrs. Margot Rydon und lebte in Arusha in Tansania.
ENGEL H. - Wiesbaden.
Gehörte in die Reihe der wohlhabenden Herrenfahrer, die in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre gelegentlich an Sportveranstaltungen teilnahmen. Fuhr einen Ballot und später einen 35B-Bugatti, der nachher - von bekannten deutschen Rennfahrern gesteuert - große Erfolge im In- und Ausland errang.
FRISCH E. - Berlin.
Die sportliche Berlinerin erwarb Ende 1933 den 37A von Adolf Brudes und fuhr mit ihm Rennen in Deutschland und der Tschechoslowakei, wobei sie Anlagen zu einer guten Rennfahrerin zeigte. Leider wurde ihre vielversprechende und leider nur kurze Rennfahrerlaufbahn durch Sturz auf einem Opel bei einer Langstrecken-Wertungsfahrt in der Nähe von Freiburg im Breisgau frühzeitig beendet.
FRYE B. - Düsseldorf.
Der Rheinländer, ein Privatfahrer, bestritt hauptsächlich in der Periode von 1928 bis 1934 zahlreiche kleinere Veranstaltungen, und zwar auf dem Bugatti-Typ-43-Sportwagen und zuletzt auf dem beliebten Typ-35B-Rennwagen.
FUCHS F. - Ransbach.
Startete in den zwanziger Jahren bei zahlreichen deutschen Bergrennen, die sich in der Zeit von 1922 bis fast zum zweiten Weltkrieg großer Beliebtheit bei Privatfahrern wie Fuchs erfreuten. Sein Typ-13-Rennwagen gehörte zu den schnellsten in Deutschland. Besaß zuletzt einen Typ 37A. Soweit bekannt, starb er vor einigen Jahren.
FUCHS J. A. - Nürnberg.
Doktor Fuchs war ein großer Bugatti-Liebhaber und auch ein erstklassiger Rennfahrer; er gehörte - neben Gerhard Macher - auch zu den ersten deutschen Rennfahrern, die im Rennen einen Sturzhelm trugen. Als Spezialist für Bergrennen war er auf seinen schnellen Typen 35C und 35B zwischen 1928 und 1931 einer der führenden Fahrer in den Klassen bis 2.000 ccm und 3.000 ccm. Den 2.261-ccm-»Grand-Prix«-35B erwarb er von August Momberger, und von der Molsheimer Fabrik 1931 auch noch einen der seltenen und ungemein teueren »La Royale« Typ 41. Dieser Luxuswagen wurde von Weinberger in München karossiert, und Dr. Fuchs nahm ihn später via Shanghai mit nach Amerika. Jetzt steht er im Henry-Ford-Museum in Dearborn.
GERBRECHT E. - Werden.
Gehörte in die Klasse der Herrenfahrer, die in den Jahren vor 1926 auf dem damals populären achtzylindrigen Typ 30 an Bergrennen, hauptsächlich in der Nähe ihrer Heimat, teilnahmen. Viele rheinische Bugatti-Fahrer scharten sich damals um Alfred Noll, der als Rennfahrer und Bugatti-Spezialist - er war auch Bugatti-Vertreter - sehr bekannt war.
GILKA-BÖTZOW B. - Berlin.
Aus Sachsen stammend, nahm die Gattin des ebenfalls Rennen fahrenden Großgrundbesitzers und Direktors auf einem Bugatti Typ 37A an zahlreichen Veranstaltungen teil, die zu Beginn der dreißiger Jahre in Deutschland, der Tschechoslowakei und der Schweiz veranstaltet wurden. Beatrice Gilka-Bötzow errang dort ihre besten Erfolge bei Bergrennen.
GOLLIN F. - Erfurt.
Bevor Fritz Gollin als Mitglied der Süddeutschen Renngemeinschaft auf einem 1 1/2-Liter-Maserati fuhr, steuerte er einen älteren 37A bei zahlreichen deutschen Berg- und Straßenrennen 1935/1936. Ein talentierter junger Fahrer, der den Bugatti zu mehreren Klassensiegen führte.
HAAGNER C. - Wiesbaden.
Wie sein Landsmann Engel war auch Haagner ein reiner Herrenfahrer, der sich nur in beschränktem Maß (auf einem Typ 30) dem Rennsport widmete.
HEUSSER H. - Klein-Schmalkalden (Thüringen).
Als Besitzer einer Fabrik für elektrotechnische Instrumente war Huldreich Heusser trotzdem in sportlicher Beziehung ein reiner Professional. Jahrelang startete er fast wöchentlich bei Rennen im In- und Ausland und hatte seine Glanzzeit von 1924 bis 1927, in welcher er für Steyr fuhr. Dann zog sich die Firma vom Rennsport zurück und Heusser erwarb einen 35B. Die wenigen Rennen, die er mit ihm bestritt, bewiesen seine hohe Klasse, und seine Kämpfe mit Rudolf Caracciola auf Mercedes bildeten den Höhepunkt der Rennsalson 1928 - bis er beim Bukower Dreiecksrennen in der Mark auf einer schlechten, völlig ungeeigneten Rennstrecke beim überholen von der Bahn abkam und - zusammen mit seinem Beifahrer Feldmann - das Leben verlor. Der 35B wurde später von F. H. Aurich erworben und 1930/31 bei Rennen gesteuert. Bevor Heusser auf Steyr und Bugatti überwechselte, konnte man ihn auf Apollo-, Wanderer- und Chlribiri-Sportwagen sehen.
HOHENLOHE-JAGSTBERG A. - Bartenstein (Niederstetten/Württ.).
Obwohl Fürst Albrecht zu Hohenlohe-Jagstberg auch auf anderen Marken fuhr, hatte er doch seine größten Rennerfolge - besonders Klassensiege bei Bergrennen - auf einem 39A in den letzten zwanziger Jahren.
JELLEN C. - Graz (München).
Obwohl Graz in Österreich liegt und nicht in Deutschland, muß der später in München beheimatete Charly Jellen zu den deutschen Bugattl-Fahrern gezählt werden. Er gehörte am Beginn seiner Rennfahrerlaufbahn 1931/1932 auf einem 35C und 35B zu den erfolgreichsten Bergfahrern in seinen Klassen bis 2.000 ccm und 3.000 ccm. 1933 wechselte er zu Alfa Romeo und wurde ein Jahr später das Opfer seiner Rennleidenschaft.
JOA L. - Pirmasens.
Leonard joa begann in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre seine Rennfahrerlaufbahn, als er den Ex-Burggaller-, Ex-Steinweg-, Ex-Troeltsch-51A-Monoposto erwarb. Nachdem er diesen an F. G. Martin weiterverkauft hatte, fuhr Joa einen 11/2-Liter-Maserati. Ein guter Fahrer, der auch noch kurz nach dem Zweiten Weltkrieg an Rennen teilnahm.
KALNEIN E. - Schloß Domnau (Ostpreußen).
Graf Eckart von Kalnein fuhr 1925-1926 einen deutschen »Steiger«-Sportwagen und erwarb 1927 einen der ersten 35B in Deutschland. Vier Jahre lang, bis 1930, steuerte er diesen bei Berg- und Straßenrennen im In- und Ausland mit sehr guten Resultaten; mit 13 ersten und 11 zweiten Plätzen. Von großer Statur, war er ein ruhiger, besonnener Fahrer, der auch einen Sportwagen Typ 43 besaß.
KAPPLER C. - Gernsbach-Scheuern.
Der 1891 geborene Ing. Charly Kappler war seit 1905 im Autofach und ab 1908 mit dem Sport eng verbunden. Er gehörte zu den beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Rennfahrern. Besonders auf Benz, Mercedes, Simson-Supra und ab 1927 auch auf Bugattl. Damals erwarb er einen 35C, der ihm zu großen Siegen verhalf, und als er sich 1929 zurückzog, um sich nur mehr an Wertungsfahrten auf Wanderer und Mercedes zu betelligen, wurde der35C vom Prinzen Hermann zu Leiningen - und 1933 von Rudolf Steinweg - übernommen. Dieser 35C war wohl der erfolgreichste dieses Modells in Deutschland. Kappler starb 1962.
KARSUNKY R. - Breslau.
Ein schlesischer Herrenfahrer, der 1924-1926 auf einem Brescia-Modifé kleinere Veranstaltungen - hauptsächlich in der Nähe seiner Heimat - bestritt.
KERSTING J. H. - Bremen.
Zweimal - 1928 und 1929 - belegte Ing. Hans Kersting den zweiten Platz beim Großen Preis von Deutschland in der Klasse bis 1.500 ccm auf dem Nürburgring und war von 1927 bis 1930 hier ein führender Spitzenfahrer. Zunächst auf Typ 37, später hatte er einen Typ 37 A.
KIEFER K. - Duisburg.
Bestritt bereits 1930 Veranstaltungen auf Lancia und Mercedes. Erwarb 1933 einen 35B und fuhr mit diesem erfolgreich Bergrennen, bis 1936 durch NS-Startverbot für Bugatti bei nationalen Rennen seine Laufbahn unterbrochen wurde. 1938 erwarb er den 2,5-Liter-Grand-Prix-Maserati von Ernst Kotte. Ab 1935 ist er auch Besitzer eines Bugatti Typ 49, den er - zusammen mit dem Maserati - auch nach 1945 erfolgreich bei Wettbewerben fuhr. 1948 zog er sich vom aktiven Rennsport zurück und gründete später den Bugatti-Club Deutschland. Er gehört nach wie vor zu den führenden Bugatti-Enthusiasten und steuert als Präsident auch den Deutschen Bugatti-Club mit Begeisterung.
KILIAN H. - Garmisch-Partenkirchen.
Der verstorbene Besitzer des früheren Hotels »Alpenhof« in Garmisch-Partenkirchen und einst berühmte Bobfahrer, nahm vorerst auf einem 1.500-ccm-Mercedes und ab 1928 auf Bugatti vornehmlich an Bergrennen in Bayern und Osterreich teil. Vorerst einen Typ 37A fahrend, wechselte er nachher auf den beliebten 2.261-ccm-35B mit dem achtzylindrigen Kompressormotor um und errang zahlreiche erste Preise.
KIMPEL G. - Ludwigshafen.
War Hauptmann der Berufsfeuerwehr der IG-Farben und fuhr von 1926 bis 1930 - man möchte sagen abwechselnd - Mercedes- und Bugatti-Sport- und Rennwagen. Sein erster Bugatti war ein Typ 37, später fuhr er einen schnellen 35B, mit dem er zahlreiche Klassensiege erringen konnte. Ein temperamentvoller Fahrer, der im zweiten Weltkrieg den Tod fand.
KLEIN R. - München.
Zigarettenpapiere (die Familie besaß eine große Zigarettenpapierfabrik) ermöglichten dem 1928 noch sehr jungen Rudi Klein die Anschaffung eines großen Rennstalles, in welchem sich erstklassige Motorräder für Berg- und Bahnrennen sowie ein neuer Bugatti 35C befanden. Als Motorradrennfahrer wurde er in ganz Mitteleuropa populär, während der Bugatti ihm zu zahlreichen Siegen bei Bergrennen in Bayern und Osterreich (von 1930 bis 1932) verhalf.
KOLB H. - München.
Zwei Jahre lang, von 1925 -1927, gehörte der Münchner Fabrikant zu den führenden deutschen Bugatti-Rennfahrern. Damals fuhren die meisten deutschen Bugatti-Fahrer noch den älteren Typ 30 in der 2-Liter-Klasse, während Kolb zu den ersten Besitzern eines Typ 35 (Lyon-Grand-Prix) in Deutschland gehörte.
KURZ J. - Untertürkheim.
Obwohl aus der Mercedes-Heimat kommend, fuhr kurz zu Beginn der dreißiger Jahre einen Bugatti in der Klasse bis zu zwei Liter. Es dürfte sich um einen Typ 35 oder 35A gehandelt haben.
LEIBIER A. - Ulm/Donau.
Obzwar sein Bugatti Typ 23 das lange Fahrgestell besaß, gehörte der Ulmer zu den führenden deutschen Rennfahrern bei Bergrennen. Das war in der Zeit bis 1930, als viele andere Rennfahrer in der 1 1/2-Liter-Klasse die moderneren Typen 37 und 37A fuhren. Hanns 0. Geigenberger, München, besaß den Ex-Leiber-Typ 23 noch nach dem zweiten Weltkrieg.
LEININGEN H. (Prinz) - Amorbach (Unterfranken).
In der so erfolgreichen Rennfahrerlaufbahn von Hermann Prinz zu Leiningen gab es zwei Bugatti-Perioden. 1927 begann er auf einem 37A, den er bis Ende 1928 steuerte. Ihm folgte ein Mercedes SSK, aber Anfang 1930 erwarb er den Ex-Kappler 35C, mit dem er nicht nur Bergrennen, sondern auch das erste Masarykringrennen in Brünn - zusammen mit H. J. von Morgen - siegreich beendete. Rudolf Steinweg, bisher einen Amilcar fahrend, erwarb 1933 den schnellen 35C, während der ruhige und sichere Prinz zu Leiningen nachher für die Auto-Union und die englische Firma ERA Rennen bestritt.
LEWY H. - Dresden.
Von 1925 bis 1932 war der Dresdener Zigarettenfabrikant - Hersteller der »Mokri-Superb«-Zigaretten - ein ständiger Gast und oftmaliger Sieger bei deutschen und tschechoslowakischen Straßen- und Bergrennen. Er errang dabei nicht weniger als 28 Siege, und diese ausschließlich auf Bugatti. Vom Brescia ging er später auf den 37 und 37A über und gewann mit letzterem auch das Avus-Rennen 1931. Lewy, wohl der einzige mit Monokel(!) fahrende Klassefahrer, erwarb 1932 einen 2.261-ccm-Typ-51 und gründete damals -zusammen mit Paul Pietsch auf dessen 35B und Hans Simons auf dem 37A - das »Pilesi«-Privatfahrer-Rennteam. Soweit bekannt verließ Hans Lewy, ein Jude, 1935 Deutschland.
LINDPAINTNER 0. - München.
Mit dem Typ 30 war Dr. Lindpaintner vor 1926 ein ständiger Teilnehmer bei Bergrennen in Bayern. Obwohl hundertprozentiger Herrenfahrer, errang er beachtenswerte Erfolge. Ende der zwanziger Jahre sah man ihn des öfteren auch als Funktionär bei Rennen.
LOCHNER L. - Offenbach. Auch Louis Lochner, in vielen Rennen der große Gegner von Carl Brackelsberg, gehörte zu den Bugatti-Fahrern, die in den mittleren zwanziger Jahren eine gute Rolle auf einem Typ Brescia abgaben.
LUDEWIG J. - Essen.
Ein Herrenfahrer aus dem Rheinland, der sich verschiedentlich mit Bugatti-Typen 30 und 35 an kleineren Veranstaltungen von 1924 bis 1926 beteiligte und den Typ 35 auch 1926 beim Großen Preis von Deutschland fuhr. Sein Mechaniker war Emil Siekmann.
MAIER F. - Burgrieden.
Steuerte 1925/1926 einen Typ 23 bei Bergrennen in Süddeutschland und errang mehrere Klassensiege. Soweit sich der Verfasser erinnert, war Maier auch Werkfahrer bei Steiger.
MARTIN F. G. - Rottweil.
Erwarb kurz vor dem zweiten Weltkrieg, Ende 1938, den Ex-Burggaller-, Ex-Steinweg-, Ex-Troeltsch- und Ex-Joa-Typ 51A mit der Monoposto-Karosserie und erzielte gute Resultate damit bei den letzten Vorkriegs-Bergrennen. Der 51A befindet sich jetzt in Amerika.
MAUL F. - Nürnberg.
Steuerte einen Zweiliterrennwagen um 1927; es dürfte sidl um einen Typ 35 (ohne Kompressor) gehandelt haben. Die von ihm errungenen Siege waren meistens in der 2.000-ccm-Sportwagenklasse.
METTENHEIMER F. K. - Frankfurt/Main.
Als Inhaber einer bekannten Kraftfahrzeugfirma nahm Fritz Mettenheimer vorerst an Motorradrennen (meist auf BMW) teil und wechselte 1928 - nach einem schweren Sturz auf der früheren Opelbahn in Rüsselsheim - auf Bugatti-Sportwagen um. Er fuhr u. a. die Typen 30 und 35B.
MICKEL G. - Löbau.
Der 1956 verstorbene Georg Mickel wohnte zuletzt in Rod an der Weil, nachdem er seine Heimat in Sachsen mit der Familie verlassen hatte. In Sachsen und in Nordböhmen bestritt er in den zwanziger Jahren zahlreiche Bergrennen auf dem Typ 30 und später auch auf dem 35A.
MOLDENHAUER F. - Düsseldorf.
Ebenfalls ein Herren-Rennfahrer aus dem Rheingebiet. Seine Laufbahn, in welcher er einen Typ-30-Sportwagen steuerte, währte von 1924 bis 1926.
MOMBERGER A. - Frankfurt (Bad Homburg v. d. H.).
Einst einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Rennfahrer, der zwischen 1923 und 1935 auf Mercedes, NSU, Steyr, Bugatti und Auto-Union zahlreiche große Erfolge errang. Seine Bugatti-Periode war 1927/1928, in der er zu acht Siegen auf seinem 35B kam, darunter auch zum Sieg in der Rennwagenklasse beim Nürburgring-Eröffnungsrennen 1927. Als er 1929 für Mercedes fuhr, wurde der 35B von Dr. Josef Fuchs (Nürnberg) erworben. Nach 1945 ging August Momberger zu Borgward, dann zu Reimers nach Bad Homburg. Ende der sechziger Jahre übersiedelte er in die Schweiz, starb jedoch dort wenig später.
MUNTZ F. - Nürnberg.
Beteiligte sich in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre meistens in der Sportwagenklasse an Bergrennen. Die von ihm benützten Bugattis gehörten den Typen 35 und 43 an. Auch ein Frl. Muntz beteiligte sich damals, ich glaube auf einem Typ 37, an Bergrennen.
MÜNTZ H. - Mannheim.
Gehörte, wie Ing. Hans Birk, zu den Rabag-Bugatti-Werkrennfahrern und errang von 1923 bis 1926 zahlreiche Siege auf dem deutschen Lizenzfabrikat. Es handelte sich um frisierte Versionen des Typ 22 und nachher auch um den Renntyp 13 mit dem kürzeren Fahrgestell
NOLL A. - Düsseldorf.
Bestritt schon vor dem Ersten Weltkrieg Veranstaltungen und war nachher als Werkfahrer von Steiger (Automobilwerke Steiger AG, Burgrieden bei Laupheim) Sieger in zahlreichen Rennen. In den zwanziger Jahren übernahm er auch die Bugatti-Vertretung und errang bald einen guten Ruf als Bugatti-Rennfahrer und Bugatti-Spezialist. Er importierte nicht nur zahlreiche Bugattis nach Deutschland, sondern erzielte auch auf dem Brescia und anderen Modellen ausgezeichnete Resultate bei sportlichen Veranstaltungen. Alfred Noll verstarb im Juli 1948.
OLLENDORF H. - München.
1929 begann der kleine Münchner auf einem Salmson seine Laufbahn als Rennfahrer. In den folgenden zwei Jahren - 1930/1931 - steuerte er einen schnellen 37A zu Erfolgen bei Berg- und Eisrennen und es dürfte sich um den Ex-Eckert 37A gehandelt haben. Er war ein Freund von Heinrich-Joachim von Morgen und zog sich nach dessen Unfall vom aktiven Rennsport zurück.
PIETSCH P. - Neustadt/Schwarzwald.
Erwarb Anfang 1932 den Ex-von-Morgen-Bugatti 35B, nachdem dieser den Ex-Varzi-Bugatti Typ 51 (ähnlich dem Typ 35B, jedoch mit doppelter Nockenwelle) bekam. Zusammen mit Hans Lewy und Hans Simons bildete Paul Pietsch im gleichen Jahr das »Pilesi«-Privatfahrer-Rennteam und fuhr gelegentlich auch den Lewy gehörenden Typ 5 1. Obwohl er damals am Beginn seiner sehr erfolgreichen Laufbahn als Rennfahrer stand, gelang es ihm bereits im ersten Jahr zwei erste, einen zweiten und vier dritte Plätze bei Bergrennen in Deutschland, in der Tschechoslowakei und in Österreich zu belegen. Bestritt bis nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Rennen in vielen Ländern und errang ausgezeichnete Resultate, wobei besonders sein dritter Platz auf einem 3-Liter-8CTF-Maserati beim Großen Preis von Deutschland 1939 auf dem Nürburgring erwähnt sei, wo er trotz viermaligem Depot-Aufenthalt nur von zwei - Mercedes und Auto-Union - Werk-Rennwagen (die Rudolf Caracciola und H. P. Müller fuhren) geschlagen wurde. Nachdem er den 35B an Herbert Wimmer (Kappelrodeck) veräußerte, fuhr er Alfa Romeo, Auto-Union, Maserati, Veritas und andere Rennfahrzeuge. Seit dem Kriege Herausgeber von Kraftfahrzeug-Fachschriften (Motor-Presse-Verlag, Vereinigte Motor-Verlage) und von Motorbüchern (Motorbuch Verlag) in Stuttgart.
POENSGEN F. - Eisenach.
Ing. Fritz Poensgen, ein Onkel des Motor-Journaisten Robert Poensgen, war ein Herrenfahrer, welcher in den zwanziger Jahren auf einem kleinen Wanderer und dann auf einem Typ 30 von Bugatti gute Erfolge bei Bergrennen errang. Wohnt jetzt in Westdeutschland.
OSTLER W. - Niedersedlitz (Sachsen).
War in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre Hersteller der Postler Motorläufer (Roller) und von Motorrädern. Gehörte auch zu den ersten Bugatti-Besitzern in Deutschland und gewann mit seinem Typ 22 viele Veranstaltungen in Sachsen, Thüringen, Schlesien u.s.w. Diesen, 1921 erworbenen, Typ ersetzte er 1925 durch einen 35A und 1927 durch den damals neuen 35B. Während der 35A ihm weitere Siege brachte (Lückendorf, Schreiberhau, Hohnstein usw.), verunglückte er bei seinem ersten Start mit dem 35B schwer und mußte den Rennsport aufgeben.
RICHTIER H. - Nürnberg.
Mitte der dreißiger Jahre fuhr der Nürnberger einen älteren Typ 35A bei Bergrennen in Deutschland und entpuppte sidl dabei als guter Fahrer.
RISSE H. (Dr.) - Solingen.
Gehörte zwischen 1929 und 1931 zu den führenden deutschen Privatfahrern in der 1.500-ccm-Klasse. Das war in der gleichen Zeit, als auch Hans Simons, Adolf Brudes, Hans Lewy, Willi Seibel, Hans Ollendorf, Emil Rothmann, P. H. Schulz, Ing. Kersting und andere gute Fahrer ebenfalls den Typ 37A fuhren. Trotzdem gelang es Dr. Heinz Risse, der jetzt auch durch seine schriftstellerische Tätigkeit bekannt ist, bei zahlreichen Rennen seine fahrerischen Qualitäten zu beweisen und sehr gute Erfolge zu erzielen.
SAPPEL M. - München.
Die Rennfahrerlaufbahn dieses Fahrers war kurz und ergebnismäßig nicht besonders aufregend. Er fuhr 1926/1927, meistens bei Bergrennen, einen Typ 22.
SAUERWEIN R. - Wiesbaden.
Zeichnete sich bei Berg- und Langstreckenrennen und bei Wertungsfahrten in den dreißiger Jahren aus und war auch Mitglied des damaligen Werkteams von Adler. Mit seinem Bugatti-Sportwagen Typ 43 errang er mehrere Klassensiege. Er verlor sein Leben auf tragische Weise bei einer Probefahrt nach dem Krieg.
SCHELLENBFRG H. – Dresden/Heidelberg.
Fuhr vorerst Amilcars und 1934 den Ex-Bea Gilka Bötzow Bugatti 37A, mit dem er viele Erfolge errang. Steuerte den Ex-Prinz-Lobkowitz-Bugatti 35C bei vielen Veteranen-Rennen.
SCHULZ P. H. - Essen.
Ein Privatfahrer, der von 1929 bis Mitte der dreißiger Jahre des öfteren bei nordwestdeutschen Rennen, wie z. B. auf dem Nürburgring, teilnahm. Ein 37A wurde gelegentlich auch von seiner Schwester Mathilde Schulz bei ähnlichen Veranstaltungen gefahren.
SCHULZE H. - Berlin.
Im Gegensatz zu seinem »Namensvetter« aus Essen konnte man den Berliner Ingenieur Heinrich Schulze vor allem in den zwanziger Jahren - zuerst auf einem Brescia und später auf einem 35A - bei kleineren Wettbewerben in Mitteldeutschland sehen.
SEIBEL W. - Diez a. d. Lahn.
Der 1897 geborene Willi Selbel bestritt fast zehn Jahre lang - von 1926 angefangen - Rennen in der 1 1/2-Liter-Klasse auf Bugatti. Vorerst auf einem Typ Brescia, später auf einem 37A, der 1928 nach einem Unfall am Nürburgring durch einen anderen 37A ersetzt und zu vielen Erfolgen gefahren wurde. Bis zu seinem Tode vor einigen Jahren fuhr er diesen Bugatti bei Veteranen-Rennen, nachdem er ihn, in Kisten zerlegt und vergraben, über den zweiten Weltkrieg gerettet hatte. 1935 hatte er sich vom »großen Rennsport« zurückgezogen. jetzt wird der weiße 37A von seinem Adoptivsohn Viktor Seibel gesteuert.
SIMONS H. - Berlin.
Der während des zweiten Weltkrieges im 43. Lebensjahr verstorbene Hans Simons bestritt ab 1927 Rennen. Vorerst auf einem 0M, später auf Bugatti und, als Werkfahrer, auch auf DKW. Auf seinem 37A gewann er den GP auf dem Nürburgring 1928 und blieb diesem Typ bis 1935, als er sich vom Rennsport zurückzog, treu. 1934 erwarb er allerdings auch einen älteren Typ 43, der nach Ansicht des Verfassers von Max Wälti, einem in Berlin damals ansässigen Schweizer Journalisten - der mit ihm bis 1933 auch Rennen bestritt - stammte. Zusammen mit Paul Pietsch und Hans Lewy bildete Simons 1932 das »Pilesi«-Rennteam.
STÄTTGEN R. - Solingen.
Ein Privatfahrer, der um 1930 einen älteren Typ 30 mit einer Sportkarosserie bei Bergrennen fuhr und auch einen Klassensieg beim Hohensyburg-Rundstreckenrennen errang.
STEINWEG R. - München.
Ein Berufsrennfahrer, der 1929 auf BNC und einem älteren NSU-1.500-ccm-Rennwagen fuhr und von 1930 bis 1932 mit einem 1.100-ccm-Amilcar sehr erfolgreich war. 1933 erwarb er den Ex-Kappler-, Ex-Prinz-Leiningen-35C und später auch den Ex-Burggaller-51A. Er bestritt Rennen in vielen europäischen Ländern und war bis zu seinem tödlichen Unfall beim Training zum Guggenbergrennen in Ungarn 1935 einer der führenden deutschen Bugatti-Fahrer. Bergrennen bestritt er meistens in der 2-Liter-Klasse, Straßenrennen in der 1 1/2-Liter- und der 2-Liter-Klasse. Obwohl seine Bugattis schon viele schwere Rennen hinter sich hatten, gelang es ihm doch, diese in sehr guten Zeiten über die Rennstrecken zu bringen.
STOLZE F. - Ennigerloh.
Auch Stolze fuhr Mitte der dreißiger Jahre einen älteren achtzylindrigen Bugatti und gab mit diesem 35C bei kleineren deutschen Rennen eine gute Leistung. Wie im Falle von Ing. Kurt Kiefer litt auch er damals durch das von der Regierung erlassene Startverbot für Bugattis bei größeren Veranstaltungen.
STÜMPFE G. - Köln.
Ein Herrenfahrer, der in den Jahren 1924 bis 1926 auf seinen schnellen Typen 23 und 30 an zahlreichen deutschen Rennen teilnahm und dabei gute Resultate in seinen Klassen erzielte. Gewichtsmäßig war Stümpfe wohl einer der schwersten Bugatti-Fahrer in Deutschland.
THIELE K. - München. Mit seinem schnellen 750-ccm-BMW war Kurt Thiele von 1929 bis 1934 oft erfolgreich. Gelegentlich sah man ihn aber auch auf einem älteren Bugatti Typ 30.
TODT W. - Gera.
Ein anderer Herrenfahrer der mittleren zwanziger Jahre. Auch er fuhr einen Typ 30, hauptsächlich bei Bergrennen in Thüringen, Sachsen und Schlesien. Es gelang ihm, mehrere Klassensiege zu erringen.
TRÖLTSCH E. - Stuttgart.
Erwarb in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre den schnellen 51A des damals tödlich verunglückten Rudolf Steinweg und zeichnete sich bei mehreren Rennen aus. Ernst Tröltsch war ein Fahrer mit Talent und Ambition, und auf einem von Ernst Loof konstruierten und gebauten Veritas gewann er auch nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere Veranstaltungen. Zusammen mit seinem Freund Paul Pietsch gründete er »Das Motorrad« und »auto motor und sport«; er starb leider frühzeitig, mitte der fünfziger Jahre.
VOLKHART K. E. - Düsseldorf.
Bestritt Rennen von 1922 bis 1931 auf Steiger, NAG, Apollo, Celrano, Mercedes, Dürkopp und Bugatti. Er besaß drei Typen der Molsheimer Fabrik: 1924 einen Brescia, 1926 einen Typ 37 und 1930/1931 einen 37A, die von ihm bei Berg- und Straßenrennen erfolgreich gefahren wurden. Er starb 1959. Ing. Kurt Volkhart war ein hervorragender Techniker und befaßte sich auch mit Raketenfahrzeugen, wobei ihm das Fahrgestell des 37A für seine Versuche diente.
VON EICKE E. - Polwitz.
Bekam nach seinem ersten Rennen - Lückendorf 1928 - in welchem er auf NAG und einem neuen Bugatti 37A seine Klassen gewann, Startverbot von seiner Braut und verkaufte den Bugatti an Adolf Brudes, der ihn mit großem Erfolg bis 1933 fuhr, um ihn dann an Edith Frisch abzugeben.
VON EINEM C. - Halle.
Nicht zu verwechseln mit dem 1928 auf Amilcar verunglückten von Halle aus Frankfurt/Main. Von Einem, der 1925/1926 auf Pluto (Amilcar Lizenz) fuhr, steuerte 1927 einen Bugatti Typ 37 und belegte u.a. den zweiten Platz beim Eröffnungsrennen auf dem Nürburgring in der 1 1/2-Liter-Klasse.
VON MICHEL-TÜSSLING K. - München.
Auch hier könnte es zu einer Verwechslung mit dem einst besser bekannten Mercedes- und Austro-Daimler-Fahrer Alfred Freiherr von Michel-Raulino kommen. Im Gegensatz zu diesem bestritt von Michel-Tüssling nur wenige Veranstaltungen in der Zeit um 1930. Gelegentlich fuhr er auch einen Austro-Daimler-Sportwagen, seine größeren Erfolge errang er jedoch auf einem 37A.
VON MORGEN H. J. - Berlin.
Gehörte zur absoluten Spitzenklasse der deutschen Bugatti-Fahrer. Bereits auf einem - von 1927 bis 1929 gesteuerten - Amilcar bewies er sein großes Talent, und als er 1930 einen 35B erwarb, begann seine große Serie von Siegen bei Berg- und Straßenrennen im In- und Ausland. Günther Burggaller fuhr damals auch einen 35B (Ex-Emil-Bremme) und zusammen mit ihm und dem Prinzen Hermann zu Leiningen, der einen 35C (Ex-Charly-Kappler) besaß, bildete Heinrich Joachim von Morgen ein sehr starkes Team deutscher Bugatti-Fahrer. Masarykring bei Brünn, Leitmeritz, Zbraslav-Jilviste, Rom (Königspreis), Lyon (GP), Eifelrennen, Klausenpaßrennen, Freiburg, Berninarennen, Gaisbergrennen bei Salzburg, Garmisch-Partenkirchen, Tunis, Lückendorf, Schreiberhau, Avus u.s.w. waren Rennen, wo man den tüchtigen Berliner, wenn nicht am ersten Platz, so doch ganz in der Spitzengruppe am Ziel sehen konnte. Anfang 1932 fuhr er in Tunis einen neuen Typ 54 und startete auf der Avus mit dem inzwischen erworbenen Ex-Varzi-Typ 51. Fünf Tage darauf, am 27.Mai 1932, verunglückte er aus nie aufgeklärter Ursache beim Training zum Eifelrennen auf dem Nürburgring tödlich.
VON SANZENHOFEN K. - Nürnberg.
Benützte, wie zahlreiche andere Herrenfahrer, einen Typ 22 bei süddeutschen Bergrennen. Das war in den Jahren 1925 bis 1927.
WAGNER K. - Berlin.
Über die Laufbahn dieses Fahrers kann nicht viel geschrieben werden. Er startete erstmalig beim Grand Prix auf dem Nürburgring 1932 und belegte den fünften Platz in seiner Klasse auf einem 37A. Danach wurde er nicht mehr viel bei Rennen gesehen.
WALDHIER J. - München.
Ein reiner Amateur, der sich 1925/1926 an Bergrennen auf einem Bugatti Typ 23 beteiligte und in seiner Klasse einige kleinere Veranstaltungen auf den vorderen Plätzen beendete.
WÄLTI M. - Berlin.
Max Wälti war ein jahrelang in Berlin lebender Schweizer Journalist, der schon 1926 einen Brescia fuhr, ab 1928 auf einem Typ 43 an Berg- und Straßenrennen teilnahm und noch 1932 ins Renngeschehen eingriff. Obwohl der Typ 43 ihm nicht viele Erfolgsmöglichkeiten bei größeren Veranstaltungen gewährte, konnte Wälti doch mehrere gute Resultate er-
zielen.
WILMS E. - Mönchengladbach.
Gehörte in die Reihe der vielen, die Mitte der zwanziger Jahre auf einem Typ 22 die Rennstrecken Deutschlands, besonders bei Bergrennen, bereicherten und Klassensiege an sich bringen konnten.
WIMMER H. - Kappelrodeck.
Herbert Wimmer begann 1933 mit dem Ex-von-Morgen-, Ex-Pietsch-Bugatti Typ 35B seine Rennfahrerlaufbahn und bestritt mit diesem berühmten und schnellen Rennwagen die meisten deutschen Bergrennen bis in die späten dreißiger Jahre mit guten Erfolgen. In dieser Zeit bestritt er auch einige Rennen mit dem in den früheren Röhr-Werken in Ober-Ramstadt/Hessen gebauten, von Arnold Zoller konstruierten 1.500-ccm-»Zoller«-Zweitakt-Rennwagen.
ZAHN W. - Braunschweig.
Wie Emil Bremme und Hans Kilian war auch Hauptmann W. Zahn ein bekannter Bob-Rennfahrer, der gleichzeitig auf Bugatti Rennen bestritt und oft gewann. Bei ihm handelte es sich vornehmlich um Klassensiege, die er auf einem Typ 30 zwischen 1925 und 1928 errang.